Galerie für Landschaftskunst, Hamburg, 2001




Raum 1

Raum 2

Raum 3





Arbeiten:

(von links nach rechts)

Modell "Brennendes
Versuchshaus"
verschiedene Materialien
70x120x40 cm

Zeichnung "Wald III"
157x220 cm
Tusche und Tippex
auf Papier

Fotoarbeit "Grand Tour"
Postkarte und
C-Print 18x24 cm

Video "Brennendes Versuchshaus"
S-VHS PAL, ca. 15 min

Galerie für Landschaftskunst
Admiralitätstrasse 71, 20459 Hamburg
Tel. 040 - 375 030 68 und 040 - 389 33 64 / Kontakt@gflk.de



Pressemitteilung zur Ausstellung von


Florian Hüttner


Eröffnung: Freitag 9. Februar um 19 Uhr

Dauer der Ausstellung: 9.2. bis 24.3.2001

Öffnungszeiten: Mi - Fr 15 - 18 Uhr und Sa 12 - 14 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung

1998 entwarf Florian Hüttner die erste Fassung eines "Modells für die Konstruktion und Behandlung von Architektur in der Landschaft".

Bei diesem Modell handelt es sich um ein einfaches Sperrholzhaus im Maßstab 1:1 mit Satteldach, zwei Fenstern, Tür, weißgrau gestrichenem Innenraum mit Neonlicht und engem vollgerümpelten Dachraum. Von außen ist es ganz mit Teerpappe verkleidet. Die Vorlagen für dieses Modell - Florian Hüttner nennt es "VERSUCHSHAUS" - sind eine Reihe von Militärbaracken auf einem südbayrischen Truppenübungsplatz: Halbwegs billige, improvisierte, unaufwendige Architekturen, fast so lang haltbar wie nötig und gerade mal so gepflegt, wie es die Zweckdienlichkeit verlangt. Häuser, die sich in einer Schwebe befinden zwischen "keiner kümmert sich", "überall ist etwas ausgebessert" und "überall müßte demnächst ausgebessert werden". Häuser, die in einem merkwürdigen Verhältnis von Fortbestehen und Verlottern gehalten sind. Dieser Zustand (und nicht allein der obligatorische Tarnanstrich) gleicht die Häuser der sie umgebenden Landschaft an.

In seinem ersten VERSUCHSHAUS hat Florian Hüttner diese Eigenschaften und Zustände nicht imitiert (keine Patina angebracht), sondern er hat eine Architektur gebaut, die diese Zustände ermöglicht und eine lotterige Behandlung nahelegt. Seit dem wurden die Beobachtungen an den Militärbaracken und Formexperimente an den VERSUCHSHÄUSERN fortgesetzt. Häuser verfielen oder wurden repariert und ergänzt. Ein Haus wurde probeweise angezündet und dann beregnet. Häuser durchstanden unterschiedliche Wetterarten, Nacht und Tag sowie die Jahreszeiten. Häuser wurden in verschiedene Landschaften versetzt.

Die Ausstellung zeigt Fotografien, ein Video und ein Modell zu diesen Studien.

Doch Florian Hüttner ist nicht nur Chronist und Theoretiker eines vorbildhaften Umgangs des Militärs mit Architektur und Landschaft. Er beobachtet auch die Orte des Bauern, Försters, Obdachlosen, der spielenden Kinderbande oder des Ausflüglers - Orte, an denen Landschaft geprägt wird. Auch aus diesen Studien wird die Ausstellung Proben zeigen.

___ Zum VERSUCHSHAUS von Florian Hüttner wird im Mai 2001 ein Buch erscheinen.

Im April/Mai 2001: Jussi Kivi und Tero Kontinen (Finnland).

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